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Schuppen 1 gewinnt Preis vom Bund Deutscher Architekten (BDA)

Der Bund Deutscher Architekten (BDA) im Land Bremen verlieh seine BDA-Preise für 2014. Einer von vier Preisen ging an das Büro Westphal Architekten BDA für den Umbau des Schuppen 1 in der Überseestadt. In enger Abstimmung mit dem Architektenbüro entwarf pb+ die Tragwerkslösungen für eine wirtschaftliche Umsetzung der Vision des Bauherren. Mit dem Hauptpreis prämierte die Jury neben dem Schuppen 1 noch drei weitere Gebäude, die alle innerhalb der letzten vier Jahre errichtet wurden: das Büro- und Geschäftsgebäude in der Bahnhofstraße 1, den Erweiterungsbau der Kunsthalle und die Mensa des Bremerhavener Schulzentrums Carl von Ossietzky. Das Gebäude in der Bahnhofstraße 1 scheint dabei allerdings die Kritiker erneut herauszufordern, die eine zu große Uniformität vieler aktueller Neubauten in Bremen beklagen.

Ein uniformer Stil ohne individuellen Stadtbezug, der so zur Zeit auch in vielen anderen Städten dieser Welt gebaut wird. So kritisch äußerten sich viele architekturinteressierte Bremer zu einigen der letzten Bauprojekte, die in Bremen an prominenter Stelle umgesetzt wurden oder in Planung sind. Dazu gehören das Bürogebäude von Eventim, das neue Eckgebäude am Wall sowie das zukünftige neue Bürogebäude der Volksbank an der Domsheide. Die Preisjury dagegen sah im Eckgebäude in der Bahnhofstraße 1 ein herausragendes Bauwerk wegen seiner „skulpturalen Eckausbildung“ und seines „lebhaften Spiels der Formen und des Lichts“. Die Expertise weltweit agierender Baufachleute untermauert jedoch eher die kritische Haltung der Bremer Bürger. Die Uniformität dieser Bauten entstehe aus der Planung mit einfachen Rastern und standardisierten Materialien – die mit Abstand billigste Art, solche Gebäude zu bauen. Kritisch äußerte sich auch Eberhard Syring, Architekturhistoriker an der Hochschule Bremen anlässlich der BDA-Preisvergabe. Aus seiner Sicht dominiert eine zu konservative Ausrichtung der Architektur in Bremen: „Die ursprüngliche Stadthalle und das Aalto-Hochhaus sind die einzigen Gebäude der Nachkriegszeit in Bremen mit hohem Signalwert.“

Schuppen 1: Ein Kulturdenkmal bremischer Hafengeschichte erhalten und zeitgemäß genutzt.
Weit entfernt von der allgemein kritisierten Uniformität und mit einem Signalwert versehen ist jedenfalls der vom BDA prämierte Umbau des Schuppen 1 in der Überseestadt. Der früher als Umschlagplatz genutzte, 400 m lange und 50 m breite Speicher liegt direkt am ehemaligen Europahafen. Im Rahmen der Umnutzung des Hafengebietes zur maritimen „Überseestadt“ gelang es „Westphal Architekten“ die denkmalgeschützte Industriearchitektur des ehemaligen Hafenspeichers zu erhalten und zeitgemäß zu nutzen. Nach dem erfolgten Umbau bildet der „Schuppen 1“ im Erdgeschoss nun einen attraktiven Boulevard für Unternehmen rund um das Thema historische Automobile. Das frühere Dachgeschoss wurde abgetragen. Unter Nutzung noch vorhandener Stahlträger entstand auf dem freien Dachboden eine moderne, separate „Kleinstadt“ aus Wohnlofts, Büroräumen und Parkdecks.

pb+ untersuchte die Machbarkeit der zweigeschossigen Wohn- und Bürobebauung auf der bisherigen Erdgeschossdecke und erarbeitete für den Bauherren eine Gegenüberstellung verschiedenster Varianten mit Materialien aus Stahl, Beton, Holz, Mauerwerk und Verbundbauteilen, um die wirtschaftlichste Lösung zu finden. In der Planungsphase „erschuf“ pb+ das gesamte Gebäude als 3D-Modell, um den optimalen „Lückenschluss“ zwischen Bestand und neuen Bauteilen sicherzustellen. Weitere Leistungen von pb+: Tragwerksplanung, Baukontrolle und Bauüberwachung.

Weitere Details, Beispielfotos und ein Video unter folgendem Link:
www.pb-plus.de/referenzprojekte/hochbau/bau_im_historischen_bestand/95.html