Brücke Emshoopweg als Ersatzneubau höher gelegt

Brücke Emshoopweg als Ersatzneubau höher gelegt

Die Überführung Emshoopweg über die B75 ist ein Privatweg, welche die Anbindung des einzigen Anliegers von Groß Emshoop an das öffentliche Straßennetz gewährleistet und die Bewirtschaftung der umliegenden Landwirtschaftsflächen ohne große Umwege ermöglicht. Für die alte Brücke zwischen den Anschlussstellen Delmenhorst-Stickgras/Stuhr und der Landesgrenze zu Bremen wurde ein Ersatzneubau notwendig, da die Ergebnisse einer statischen Nachrechnung ergaben, dass mögliche Spannstahlbrüche aufgrund von Korrosion ein nicht mehr einzuschätzendes Risiko darstellten. Für den Bauherren, die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStbV), untersuchte die pb+ Ingenieurgruppe AG mehrere Varianten bezüglich verschiedener statischer Systeme und Stützweiten sowie verschiedener Bauarten. Die schließlich bevorzugte Variante beinhaltet  Vorteile für eine spätere Straßenerweiterung, für Bauzeit, Wartung und Ästhetik.

Erweiterungsoption: Die umgesetzte Brückenvariante ermöglicht durch eine größere lichte Weite als zur Zeit notwendig eine spätere Erweiterungsmöglichkeit des Straßenquerschnitts der B75. Die Höherlegung der Gradiente des Wirtschaftsweges hebt gleichzeitig die vorherige Höhenbeschränkung von 4,40 m auf. Als kleinste lichte Höhe zwischen Unterkante Überbau und Fahrbahnoberkante (Bestand, Nord-Ost-Seite) ergibt sich jetzt ein Höhenmaß von 5,32 m. Im Falle der Erweiterung des Fahrbahnquerschnittes der B 75 wird die kleinste lichte Höhe mindestens 4,75 m betragen.

Geringe Verkehrsbeeinträchtigung: Der Bauherr wünschte eine geringstmögliche Beeinträchtigung des Verkehrs auf der B75 während der Bauzeit. Die alte Brücke wurde innerhalb eines Wochenendes mit Vollsperrung abgebrochen. Die Planungslösung mit Fertigteilen begünstigte eine hohe Vorfertigung der neuen Brücke außerhalb der Baustelle, und so gab es ebenfalls nur ein Wochenende mit Vollsperrung für die Trägermontage.

Wartungsarme und ansprechende Bauwerksgestaltung: Beim realisierten Ersatzneubau der Brücke handelt es sich um ein Rahmenbauwerk ohne Fugen und Lager (integrales Bauwerk). Dies erwies sich neben den gestalterischen Erwägungen auch als beste Lösung für ein möglichst wartungsarmes Bauwerk. Der Überbau ist mit den Unterbauten monolithisch verbunden. Hinsichtlich der Gestaltung des Tragwerkes wurde auf einfache Weise die Bauhöhe der Hauptträger an die Momentenlinie des eingespannten Trägers angepasst. Aufgrund der Ausnutzung der Rahmenwirkung konnte die Querschnittshöhe dementsprechend veränderlich ausgeführt werden. Dies lässt den Überbau schlanker, die Stützweite größer und damit die Öffnung bzw. „Durchfahrtoptik“ weiter erscheinen. Der Überbau spannt ohne Stützen mit einer Länge von 35 m über die Fahrbahn der B 75 und besteht aus einem längs vorgespannten Plattenbalkenquerschnitt. Die drei nebeneinander angeordneten Hauptträger wurden aus Fertigteilen mit veränderlicher Querschnittshöhe gebildet. Mit einer 25 cm dicken Ortbetonergänzung (Fahrbahnplatte) wurden die Fertigteile für den Endzustand komplettiert.


Maße des Ersatzneubaus:
Stützweite: 37,30 m
Länge: 58,70 m
Breite: ca. 6,00 m

Leistungen der pb+ Ingenieurgruppe AG:
Objektplanung (Lph. 1-3,6)
Tragwerksplanung (Lph. 2-3,6)

Leistungszeit:
Oktober 2012 bis März 2015
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