Zukunftsfähige Planung für Friesenbrücke

Zukunftsfähige Planung für Friesenbrücke

Zukunftsfähige Planung für Friesenbrücke

Zukunftsfähige Planung für Friesenbrücke

Weener

Nachdem der Bund in Verhandlungen mit Land, Region und DB Netz AG signalisierte, dass er die Mehrkosten eines Neubaus übernehmen würde, entschieden sich die Teilnehmer der Runde, den Drehbrücken-Entwurf der pb+ Ingenieurgruppe AG weiter zu verfolgen, statt einen von der Bahn vorgesehenen 1:1-Ersatz zu übernehmen. Seit der finanziellen Zusicherung aus Berlin ist der Weg für die Umsetzung der wirtschaftlichen und zukunftssicheren pb+ Neubaulösung frei, 2024 soll sie fertiggestellt sein.

Bahn-Entwürfe hatten Schifffahrtsbelange zu wenig berücksichtigt
Nachdem ein Schiffsunfall im Dezember 2015 die „Friesenbrücke“ bei Weener zerstörte, favorisierte die DB Netz AG als Eigentümer der Eisenbahnbrücke zunächst einen kostengünstigen 1:1-Ersatz der geschädigten Bauteile. Parallel dazu entwickelte das Ingenieurbüro der Bahn eine kostenintensivere Neubauvariante der Rollklappbrücke. In beiden Entwürfen der Bahn sah die Meyer Werft die Belange der Schifffahrt zu wenig berücksichtigt. Für sie stellt die Eisenbahnüberführung über die Ems eine Engstelle dar. Es kostete bei der Überführung von XXL-Schiffen regelmäßig große Anstrengungen, um die Passage auf der Ems durchführen zu können. Beispielsweise musste ein ca. 50 m langer Überbau mittels Schwimmkran ausgehoben werden. Die Bahnstrecke war tagelang gesperrt. Die Meyer Werft beauftragte die pb+ Ingenieurgruppe AG mit der Planung eines alternativen Entwurfs, da pb+ bereits seit 1994 mit der vorhandenen Klappbrücke in unterschiedlichen Aufgabenstellungen befasst war.

Von der pb+ Lösung profitieren alle Verkehrsteilnehmer – auch die Bahn
Im Zuge einer Variantenuntersuchung für verschiedene Brückensysteme mit großer Durchfahrtsbreite von 56,50 m, kristallisierte sich immer mehr eine Variante als Drehbrücke heraus. Mit ca. 131 m Gesamtlänge und zwei leicht asymmetrisch langen Dreharmen wäre die neue Friesenbrücke eine der längsten Drehbrücken Europas. Dabei vereint die Konstruktion nicht nur die zukunftsfähige Auslegung der Brücke für die Schifffahrt, auch die Belange des Schienenverkehrs können mit einem neuen regelkonformen Querschnitt und höheren Belastbarkeiten gegenüber dem fast 100-jährigen Bestand leicht umgesetzt werden. Zusätzlich werden mit einem mindestens 2,50 m breiten kombinierten Geh- und Radweg die Belange des nicht motorisierten Verkehrs berücksichtigt. Neben der direkten Erreichbarkeit der gegenüberliegenden Ems-Seite für Anwohner verbessert sich mit der neuen richtlinienkonformen Nutzbreite die über die Brücke verlaufende Radfernwegverbindung.

Gegenüber der bahneigenen Neubauplanung, gelang pb+ mit dem Entwurf einer Drehbrücke eine kostengünstige und technisch ausgereifte Neubaulösung, die neben einer breiteren Durchfahrt für große Schiffe auch Aspekte wie u. a. schnellere Taktung der Bahnstrecke, Zukunftsfähigkeit, Geh- und Radweg, Baukosten und Umwelteinflüsse berücksichtigt.

pb+ erarbeitete im Zuge der Vorplanung folgende Teilleistungen:

  • Variantenuntersuchung für Brückensysteme mit großer Schifffahrtsöffnung
  • Vorplanung der Variante „Drehbrücke“
  • Ausarbeitung von Lösungsansätzen für die Konstruktion und den Bauablauf inkl. Kostenschätzung
  • Statische Nachrechnung der Flusspfeiler zur Beurteilung der Tragfähigkeit auch für höhere Lasten
  • Erarbeitung eines 3D-Modells als Grundlage für Visualisierungen
  • Unterstützung bei Abstimmungen hinsichtlich der Finanzierung und der Genehmigungsfähigkeit

Animation: arvico auf Grundlage der 3D-Modellierung pb+
Visualisierung: arvico auf Grundlage der 3D-Modellierung pb+
arvico architecture-visualization-construction, Bremer Medienhaus, Schwachhauser Heerstr. 78, 28209 Bremen

Animation: arvico auf Grundlage der 3D-Modellierung pb+
Visualisierung: arvico auf Grundlage der 3D-Modellierung pb+
arvico architecture-visualization-construction, Bremer Medienhaus, Schwachhauser Heerstr. 78, 28209 Bremen

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