Lokschuppen Fulda

Vom Lokschuppen zum Möbelhaus

Fulda
  • Vom Lokschuppen zum Möbelhaus, Fulda
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Bis Anfang der 60er Jahre nutzte die Deutsche Bahn den Lokschuppen in der Heidelsteinstraße in Fulda als Reparatur- und Wartungshalle für Dampf- und Diesel-Lokomotiven. Als das in der Nachbarschaft befindliche Möbelhaus Buhl 2002 erstmals Interesse an dem Grundstück bekundete, war dies der Anstoß, um über ein Umnutzungskonzept für das brachliegende Objekt nachzudenken. Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude sowie die Drehscheibe, mit dessen Hilfe die Loks auf eine der 22 Wartungsgruben gelangten, wurde schließlich 2011 integrierter Bestandteil des neu konzipierten  Möbelhauses Buhl. pb+ zeichnete bei diesem Projekt u. a. für die Bautechnische Prüfung und die Bauüberwachung verantwortlich.

Integration von Alt und Neu
Westlich des Lokschuppens entstand ein neuer, dreigeschossiger Anbau, der komplett aus Stahlbeton-Fertigteilen erstellt wurde und seine Lasten über Rüttelstopsäulen in den Baugrund leitet. Besucher betreten über das denkmalgeschützte Gebäude das Möbelhaus und erreichen in der Mitte den Neubau, der sich über alle Geschosse zum Lokschuppen hin öffnet. Die charakteristische Drehscheibe mit dem Führerhaus und den alten Schienen blieb nach Reinigung und Neubeschichtung im Originalzustand erhalten. Die Scheibe ist nun als attraktives Zentrum in die Möbelausstellung integriert und kann auch von den oberen Geschossen des Neubaus aus betrachtet werden. Der Innenradius im Lokschuppen besteht aus Stahlstützen, zwischen denen sich früher die Tore 1 bis 18 befanden. Die stark zerstörten Tore wurden demontiert, um die Durchgängigkeit für Ausstellung und Besucher zu gewährleisten. Die Fenster oberhalb der Tore einschließlich der Nummerntafeln blieben jedoch erhalten.
Restaurierungserfolg trotz maroder Substanz
Die Planer fanden den Lokschuppen in einem sehr schlechten Zustand vor. Die Fensterelemente waren zu 90 % zerstört oder fehlten ganz. Birken bewucherten die Fassade und verursachten mit ihren Wurzeln Schäden am Fundament und an der tragenden Konstruktion. Große Löcher und Fehlstellen im Dach führten zu einer verstärkten Korrosion der Stahlkonstruktion. Die noch vorhandene Dachschalung  war durchfeuchtet und verschimmelt. Nach der gemeinsam mit pb+ vorgenommenen Überprüfung der Bestandsbauteile wurden geschädigte Teile der Fachwerkkonstruktion des Dachs ausgetauscht oder ertüchtigt, Rost von der Stahlkonstruktion entfernt und ein neuer Korrosionsschutz aufgebracht. Die Sicht in die alte Konstruktion ist den Besuchern des Möbelhauses somit erhalten geblieben. Aufgesetzte Trapezbleche auf den Stahlbindern dienen als tragende Konstruktion für den nach neuer EnergieEinsparVerordnung (ENEV) gedämmten Dachaufbau. Die historischen Fenster wurden restauriert, mit Ausnahme des oberen Lichtbandes und oben befindlicher Fenster, die zum Teil aus bauphysikalischen Gründen nicht mehr entsprechend behandelt werden konnten. Die Außenwand des Lokschuppens blieb in ihrer Gliederung erhalten. Das Mauerwerk sowie die Pfeiler wurden komplett saniert und farblich an die ursprüngliche Farbe angepasst. Bereiche mit komplett fehlenden Fensterelementen wurden intelligent für den Einbau von notwendigen Flucht- und Rettungswegen genutzt. Neue Ziegelsteine füllen die aus Fachwerk bestehende, seitliche Giebelwand aus. Da diese nicht winddicht war, erhielt sie zusätzlich eine innere Schale, die den Innenraum vor der Witterung schützt.
 
 
Baujahr/Fertigstellung: 2011

Bauherr: Möbel-Buhl, GmbH & Co. KG, Heidelsteinstraße 9, 36043 Fulda

Architekt: hwb architekten + ingenieure GmbH, Am Großen Geeren 31-33, 27721 Ritterhude

Leistungen pb+
- Baustatische Prüfung und Bauüberwachung
- Durchführung von Baukontrollen im Fertigteilwerk und auf der Baustelle
- Beurteilung vorhandener alter Bausubstanz (Wand- und Dachkonstruktion) hinsichtlich Tragfähigkeit

Standort